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Erich Hollenstein

Jugend: historische Anmerkungen und moderne Ansichten zu einer selbständigen Lebensphase

Jugend im heutigen Verständnis ist u. a. dadurch gekennzeichnet, dass die soziale und kulturelle Reproduktion des Herkunftsmilieus, also insbeson­dere Familie und Umfeld, nicht mehr zur aktuellen Lebensbewältigung ausreicht. Im Gegensatz zum Jugendlichen in der vorindustriellen Gesell­schaft ist nunmehr erforderlich, in der Lebensphase Jugend Kompetenzen und Kenntnisse, verbunden mit lebenslanger Lernfähigkeit, zu erwerben. Vater, Mutter und örtliche Gemeinschaft sowie die Übernahme dieser Rol­len und der dortigen Regeln führen zu einem für die industrielle Gesell­schaft nicht mehr geeigneten Handlungshorizont. Das sich immer weiter öffnende Sozialisationsfeld Jugend ist dementsprechend ausgestattet mit entsprechenden Institutionen wie z. B. der Schule aber auch mit anderen neuen oder alternativen Erfahrungs- und Handlungsräumen wie Markt, Mode und Medien sowie jugendkulturellen Lebensstilen und Lebensfor­men. Parallel dazu hat sich im einzelnen jungen Individium, neben der biologischen Entwicklung, eine komplexe psycho-soziale Dynamik gebil­det, in deren Endstadium die verantwortliche handelnde Persönlichkeit stehen soll. Von pädagogisch-philosophischer Seite hat in der Neuzeit erstmalig dieses Modell eines Jugendalters als Reifezeit Rousseau um 1762 ausformuliert. Über diese Sachverhalte herrscht weitgehende Einigkeit in der Jugendforschung und Jugendtheorie. Probleme bzw. Uneinigkeit be­stehen jedoch bei der Rekonstruktion dieser Entwicklungsphase einmal aus theoretischer und zu anderen aus historischer Interpretation heraus.

efh-papers - P05-005

2006, 74 Seiten
Volltext im PDF-Format (644 KB)



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