12. Fachtagung der Abteilung Pflege und Gesundheit in der Fakultät V „Kommunikative Kompetenz in der Pflege“

Am 15. Mai 2019 eröffnete Studiendekan Professor Dr. Mathias Bonse-Rohmann die diesjährige, mittlerweile 12. Fachtagung der Abteilung Pflege und Gesundheit. Die Aula der Fakultät V war bis auf den letzten Platz gefüllt, und es herrschte eine sehr lebendige und aufgeschlossene Atmosphäre.

Im ersten Teil der Tagung stand ein aktuelles Thema im Mittelpunkt: Professorin Dr. Ingrid Darmann-Finck vom Institut für Public Health und Pflegeforschung (IPP) der Universität Bremen stellte das Nationale Mustercurriculum „Kommunikative Kompetenz in der Pflege (NaKomm)“ vor, dem bei der 2020 startenden neuen generalistischen Pflegeausbildung eine wichtige Bedeutung zukommen dürfte. Das im Rahmen eines vom Bundesministerium für Gesundheit geförderte und an drei Modellschulen erprobte Curriculum wendet sich als kostenfreie Online-Datenbank vor allem an Pflegelehrer*innen und Praxisanleiter*innen und kann - komplett oder in ausgewählten Sequenzen - zur Entwicklung schulinterner Curricula genutzt werden.

Prof.’in Dr. Ingrid Darmann-Finck (Photo: Bonse-Rohmann)
Prof.’in Dr. Ingrid Darmann-Finck (Photo: Bonse-Rohmann)

In ihrem sehr anspruchsvollen und informativen Vortrag stellte Professorin Dr. Darmann-Finck zunächst den theoretischen Begründungsrahmen und die Konstruktionsprinzipien des Mustercurriculums dar. Anschließend folgte eine anwendungsorientierte Phase, in der die Teilnehmer*innen die Möglichkeit erhielten, sich direkt per Smartphone einen Einblick in die 45 curricularen Einheiten zu verschaffen. Dabei konnten sie die Angebotsvielfalt und Variabilität des Curriculums unmittelbar erfahren, indem sie sich - ganz nach eigenen Wünschen und Zielen – mit unterschiedlichen Themen, didaktisch-methodischen Empfehlungen oder konkreten Übungen und Materialien zur Förderung kommunikativer Kompetenz auseinander setzten. Der sehr anregende Vormittag endete dann in einer gemeinsam von Professorin Dr. Darmann-Finck und Professorin Dr. Uta Oelke gestalteten Nachfrage- und Diskussionsrunde.

Wer sich nachträglich genauer informieren möchte …

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Im zweiten Teil der Fachtagung stellten zunächst die Bachelorstudierenden ihre Praxisprojekte aus den Wahlschwerpunktbereichen „Unterricht und Ausbildungs-gestaltung“, „Patient*innen- und Angehörigenberatung“ sowie „Organisation und Management“ vor und diskutierten sie mit den Teilnehmer*innen. Zu den drei Foren im Einzelnen:

Nach einer kurzen Begrüßung durch Prof.in Dr. Uta Oelke übernahmen im Forum „Unterricht und Ausbildungsgestaltung die 23 Studierenden des Bachelor-jahrgangs 12, die das Forum gemeinsam geplant und organisiert hatten, die Regie. Knapp 90 Minuten lang konnten sich die Forum-Teilnehmer*innen an sechs verschiedenen „Marktplatz-Ständen“ über die von den Studierenden selber durchgeführten Projekte sowie über den pädagogischen Studienschwerpunkt informieren. Es fand ein sehr reger, von „sprudelnden Ideen“ und zahlreichen Nachfragen geprägter Austausch mit den rund 50 Besucher*innen statt.

Dazu trug auch die breite Themenpalette der Studierendenprojekte bei: Sie reichte von einer Zukunftswerkstatt zu berufspolitischen Fragen (Thorsten Wurlitz) über eine Projektwoche zum Thema „Abschied nehmen“ (Kevin Lauenroth), Schultagen zur „Gesundheitsförderung“ (Alexander Graf/Marie-Christin Heinrich), Rollenspielen mit Videoanalysen zum Thema „Demenziell veränderte Menschen“ (Nina Terwey) bis hin zur Bearbeitung des Themas „Pflege herzinsuffizienter Menschen“ mittels kooperativer Lern- und Lehrformen (Christine Kanike-Schmidt). Nicht zuletzt hatten die Studierenden – wie es für einen „Marktplatz“ üblich ist – ganz wunderbar und liebevoll für das leibliche Wohl der Teilnehmer*innen gesorgt. Ein großes Kompliment und dickes Dankeschön für dieses ausgesprochen gelungene Forum an die Pflegepädagogikstudierenden des Bachelorjahrgangs 12!

Das Forum „Patient*innen- und Angehörigenberatung“ war mit ca. 40 Interessent*innen sehr gut besucht. Zu Beginn gab Frau Prof. Dr. Barbara Hellige einen kurzen Überblick über die Ziele und Lehrinhalte des Schwerpunktes. Anschließend erörterte der Student Herr Stecker anhand eines Fallbeispiels aus der Palliativpflege die kooperative Beratung nach Hellige/Hüper. Nachfolgend stellten dann Studierende ihre Praxisprojekte anhand von Posterpräsentationen vor, die auf großes Interesse stießen. Die Projekte behandelten die Gesundheitsförderung in der stationären Altenpflege (Frau Zischner), die Analyse von Beratungssprächen in der ambulanten Pflege (Frau Schulz), die Einführung einer Kollegialen Beratung auf einer Intensivstation (Frau Pagenkopf),  die Entwicklung eines Schulungskonzepts für Menschen mit einer Herzinsuffizienz (Frau Koziburski), die Einführung und Evaluation von virtuellem Kegeln in Altenheimen (Herr Lycke), die Erarbeitung eines pflegerischen Beratungskonzeptes für die Geriatrie (Frau May) sowie die Erarbeitung eines Instruments zur Einschätzung der Suizidgefährdung in der ambulanten psychiatrischen Pflege (Frau Gattermann). Selbstgemachte Speisen sorgten für das leibliche Wohl.

Das Forum „Organisation und Management“ war mit ca. 40 Besucher*innen ebenfalls sehr gut besucht. Nach einer kurzen Einführung in den Wahlschwerpunkt und insbesondere das Modul Praxisprojekt durch Michael Doege stellten vier Studierende ihre Praxisprojekte vor. Zunächst präsentierten Anna-Sophie Riemer und Laura Weigmann ihr gemeinsam durchgeführtes Projekt „Interaktive Mitarbeiter-fotowand“, das Angehörigen und Mitarbeitenden auf einer Intensivstation Orientierung bieten soll. Im Anschluss folgte die Präsentation von Nele Petersen, die sich in ihrem Projekt mit der Prozessgestaltung auf einer Intensivstation beschäftigt hat. Den Abschluss bildete die Vorstellung des Projektes „Intensivtagebuch“, dass von Eugen Betke durchgeführt worden ist und Intensivpatient*innen Hilfe bei Erinnerung und Verarbeitung ihres Aufenthaltes auf einer Intensivstation bieten kann. Zu allen Projekten tauschten sich die Anwensenden angeregt aus.

Als ein neues Format wurde erstmalig im Rahmen der 12. Fachtagung der Abteilung Pflege und Gesundheit am Nachmittag eine Posterpräsentation von Master-studierenden  von Prof. Dr. Mathias Bonse-Rohmann und Prof. Dr. Michael Wittland eröffnet. Hierbei ging es im Rahmen eines „Speakers-Corner-Posterparks“ um eine Kurzvorstellung und einen anschließenden frei wählbaren Austausch zu insgesamt sieben Postern, die Studierende des Masterjahrgangs 10 zu ihrem jeweils zweisemestrigen Projektstudium gestaltet hatten. Zunächst stellte Annika Borchert ihr Projekt „Gesundheitsförderung für Auszubildende an einer Schule für Pflegeberufe“ vor und auch Norma Emmerich präsentierte zum Thema Gesundheit (in einer Altenpflegeschule) ihr Poster mit dem Titel „Gesundheitswoche – Stressprävention und Stressbewältigung“. Zur Aktivierung und Förderung der Konzentration im Unterricht für Auszubildende der Heilerziehungspflege hat Juliane Hähnge ihr Poster unter die Überschrift „Bewegung macht Schule“ gestellt, das stellvertretend von Frau Emmerich und Frau Cerny im „Speakers-Corner-Posterpark“ beschrieben wurde.

Ebenfalls zum Masterschwerpunktbereich „Bildungswissenschaften für Pflege- und Gesundheitsberufe“  erläuterte Catharina Cerny sehr engagiert ihr Projekt bzw. das entsprechende Poster  „Kollegiale Hospitationen für Lehrende an einer Pflegeschule”. Zum Bereich der beruflichen Fortbildung wurde das Projekt   “Rezertifizierungskurs für Wundexperten ICW ®“ von Barbara Lausberg stellvertretend von Prof. Dr. Bonse-Rohmann erläutert, während Ronny Poßner sein Poster “Lernbegleitung im Unterricht“ selber vorstellen konnte. Abschließend fand auch Svenja Schmeling ein sehr großes Interesse des Fachpublikums zu ihrem Projekt: „Generationen-übergreifendes Denken im beruflichen Kontext: Konzeptbausteine für die pflegeberufliche Aus- und Fortbildung“. So darf hier angesichts von ca. 60 Auszubildenden, Studierenden, Lehrenden aus Schulen des Gesundheitswesens, wie auch Lehrbeauftragten und Kolleginnen und Kollegen der Abteilung Pflege und Gesundheit festgestellt werden, dass sich diese Erweiterung der 12. Fachtagung sehr bewährt hat. Deshalb sollen für die kommende Fachtagung der Abteilung Pflege und Gesundheit im Mai des Jahres 2020 auch die Studierenden des Master-Schwerpunktbereiches „Management für Pflege – und Gesundheitsberufe“ zu einer Beteiligung an dieser sehr lebendigen und zu Diskussionen anregenden Poster-präsentation ermuntert werden.

Blick ins Publikum der 12. Fachtagung (Photo Bonse-Rohmann)
Blick ins Publikum der 12. Fachtagung (Photo Bonse-Rohmann)