Studierende unterstützen impfwillige Seniori*innen

Auch Studierende der Fakultät V sind dabei, Seniori*nnen dabei zu helfen, schnell und unkompliziert zu einer Impfung zu kommen.

Nur drei Tage hat es gedauert, dann hatten sich nach einem Aufruf 90 Menschen beim Kommunalen Seniorenservice der Stadt Hannover (KSH) gemeldet um als Impfpat*innen aktiv zu werden. Eine davon ist Marika Priemer. Die 24jährige studiert im siebten Semester Soziale Arbeit an der Fakultät V - Diakonie, Gesundheit, Soziales der Hochschule Hannover. Sie und weitere Studierende der Fakultät unterstützen ehrenamtlich diejenigen der 35 000 Hannoveranerinnen und Hannoveraner, die 80 Jahre oder älter sind und nun einen Brief bekommen haben, in dem ihnen eine Impfung gegen das COVID-Virus angeboten wird.

Die Terminvereinbarung zur Impfung erfolgt hauptsächlich über ein Onlineportal. Weil längst nicht alle Senior*innen über die entsprechende technische Ausstattung verfügen, stehen ihnen die Impfpat*innen zur Seite. Sie werden vom KSH per Mail über ihren notwendigen Einsatz informiert. „Ich rufe dann bei der Person an, von der ich schon erste Informationen wie Name und Alter bekommen habe“, erklärt Marika Priemer. Telefonisch geht sie mit ihrem Gegenüber die notwendigen Daten durch und meldet sie im Impfportal dann. „Damit ist sie oder er dann auf der Warteliste.“ Über den genauen Termin der Impfung werden die Impfwilligen dann per Brief informiert.

Marika Priemer macht diese ehrenamtliche Tätigkeit erkennbar Freude. Weil sie ganz konkret helfen kann. Ein wichtiger Teil ihres Tuns ist auch das Gespräch, das sich nicht selten bei dem Telefonat entwickelt. Es bleibt bei dem Telefonat nicht nur bei der reinen Unterstützung rund um die Impfterminvergabe. „Wir sprechen auch über ganz andere Sachen, über das Leben jetzt, und manchmal auch darüber, welche Wünsche es für die Zeit nach Corona gibt“, kann Marika Priemer aus ihrer Arbeit berichten. So anstrengend die jetzige Situation auch gerade für die Seniorinnen und Senioren ist, sie erlebt auch immer wieder einiges an Hoffnung für ein wieder gutes Leben, wenn die Kontaktbeschränkungen aufgehoben werden können und man sich direkt physisch begegnen kann. Diese positiv geprägten Gespräche sind für die Studentin ein wichtiger Teil ihres Handelns. Bei den Telefonaten kann sie oft auf das zurückgreifen, was sie in ihrem Studium gelernt hat. Dazu gehören Lehrveranstaltungen und das zweisemestrige Projektstudium über das Leben im Alter, über intergenerationelle Kommunikation und auch, wie man professionelle und zugleich von Empathie geprägte Gespräche führt. Die angehende Sozialarbeiterin Priemer kann sich auch durch ihre jetzt gesammelten Erfahrungen gut vorstellen, später im Berufsleben im Bereich der Seniorenarbeit ihren Schwerpunkt zu setzen.