01.07.2026

Der 1. Juli ist seit 2015 bundesweiter Aktionstag gegen antimuslimischen Rassismus.

Warum der 1. Juli?

An diesem Tag wurde im Jahr 2009 die Muslima Marwa El Sherbini während einer Strafverhandlung im Landgericht Dresden, zu der sie als Zeugin geladen war, ermordet – vor den Augen ihres kleinen Kindes. Ein vom Hass gegen Muslim*innen getriebener Rassist stach 18mal mit einem Kampfmesser auf sie ein; ihr Ehemann wurde von einem Polizisten angeschossen, als er ihr helfen wollte.

Dieser brutale Mord zeigt im Extrem die tödliche Gefahr, in der sich Muslim*innen in Deutschland befinden.

Das jüngst veröffentlichte „Zivilgesellschaftliche Lagebild antimuslimischer Rassismus“ der Monitoringstelle CLAIM zeigt, dass die Zahl antimuslimischer Gewalttaten und Diskriminierungen rasant zugenommen hat. Allein für das Jahr 2024 wurden 3080 Fälle dokumentiert. Pro Tag ereigneten sich im Durchschnitt mehr als 8 antimuslimische Vorfälle in Deutschland. Und dies sind nur die gemeldeten Fälle, die Dunkelziffer dürfte weitaus höher liegen. 

Themen wie Flucht, Asyl und Integration werden von extrem rechten und rechtspopulistischen Parteien, aber auch von Teilen der öffentlichen Medien immer wieder mit antimuslimischen Ressentiments verknüpft – mit gravierenden Folgen für die Betroffenen. 

Antimuslimischer Rassismus ist im Alltag allgegenwärtig – bei der Arbeits- und Wohnungssuche, in den Schulen und Hochschulen, in den Sozialbehörden, den Jobcentern, dem Gesundheitssystem, kurz: in allen Bereichen der Gesellschaft. Besonders besorgniserregend sind die zunehmende Enthemmung und Brutalität der Angriffe. Der öffentliche Raum ist für muslimische Menschen und Menschen, die so wahrgenommen werden, zu einer Gefahrenzone geworden. 

Umso wichtiger ist es, dass wir auch an der Fakultät 5 dem antimuslimischen Rassismus wie jeder Form der Menschenfeindlichkeit aktiv und entschieden entgegentreten und uns für Vielfalt und Demokratie einsetzen.